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Riskanter Konsum


Der übermäßige Alkoholkonsum ist weltweit einer der wichtigsten Risikofaktoren für das frühzeitige Versterben und die Entstehung einer Vielzahl an Krankheitsbildern (HBSC-Team Deutschland, 2012). Deutschland zählt weltweit nach wie vor zu den Hochkonsumländern in Bezug auf Alkohol und lag im letzten Berichtszeitraum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2008 in Bezug auf den geschätzten Alkoholkonsum pro Kopf der Bevölkerung im Alter von 15 oder mehr Jahren auf Rang 28. Hiernach lag der jährliche Verbrauch je Einwohner an Reinalkohol 2010 bei 9,6 Liter. Seit 1980 zeigt sich in den Erhebungen eine sinkende Tendenz des Pro-Kopf-Verbrauchs an Alkohol (DHS, 2012).

In Deutschland trinken etwa 9,5 Millionen Menschen in gesundheitlich riskanter Form, etwa 1,3 Millionen gelten als Abhängig (Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2012).
Zudem werden 12,8% aller durch Behinderung, Verletzung oder Krankheiten verlorenen oder beeinträchtigten Lebensjahre bei Männern durch Alkoholkonsum verursacht. Die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch die alkoholassoziierten Erkrankungen im Jahr 2007 entstanden sind, wurden auf 26,7 Mrd. € geschätzt (ebenda).

“Es gibt […] keinen risikolosen Alkoholkonsum. An den Folgen des Alkoholkonsums allein oder in Kombination mit dem Rauchen sterben in Deutschland jährlich 74.000 Menschen! Grenzwerte für einen relativ risikoarmen Konsum sind ca. 12 g reiner Alkohol/Tag für Frauen und 24 g/Tag für Männer. Ein kleines Glas Bier (0,3) enthält ungefähr 13 g reinen Alkohol, ein Glas Wein (0,2) ungefähr 16 g. Dies gilt jedoch nur für gesunde Erwachsene” (DHS, 2013).

Insbesondere im Jugendalter kommen bezogen auf den Alkoholkonsum, Risiken hinzu, die über die direkte Schädigung der Gesundheit hinausgehen. So ist die häufigste Todesursache unter Jugendlichen der Verkehrsunfall. Diese stehen zu einem Drittel im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Jugendliche mit episodischem exzessivem Alkoholkonsum („binge drinking“ ) fahren häufiger alkoholisiert Auto oder steigen fahrlässig zu alkoholisierten Fahrern ins Auto ein. Das „binge drinking“ erhöht zudem im Zusammenhang mit psychischen Störungen, wie Depressionen auch das Risiko für Suizidversuche (Stolle, Sack, & Thomasius, 2009). Eine frühe sexuelle Aktivität und damit die Rate ungewollter Schwangerschaften, Geschlechtskrankheiten und Unfruchtbarkeit sind ebenfalls mit dem „binge drinking“ assoziiert. Das Risiko einer ungewollten sexuellen Aktivität unter den weiblichen Jugendlichen steigt mit dem „binge drinking“ um etwa das Dreifache an (Stolle, Sack, & Thomasius, 2009).




Quellen:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS). (2012). Jahrbuch Sucht 2012. Lengerich: Pabst.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS). (3. April 2013). Alkohol in Deutschland: Unterschätzt, verharmlost und … außergewöhnlich schädlich! Pressemitteilung: Jahrbuch Sucht 2013.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. (2012). Drogen- und Suchtbericht – Mai 2012. Berlin.

HBSC-Team Deutschland. (2012). Studie Health Behaviour in School-aged Children – Faktenblatt “Methodik der HBSC-Studie”. Bielefeld: WHO Collaborating Centre for Child and Adolescent Health Promotion.

Stolle, M., Sack, P.M., & Thomasius, R. (8. Mai 2009). Rauschtrinken im Kindes- und Jugendalter. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 106, 19, S. 323-328.


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